Da ich doch wieder recht häufig drum gebeten wurde, habe ich mich an einer Übersetzung versucht. Wie schon bei den anderen Übersetzungen erwähnt, sollte man übersetzte Lyrik mit Vorbehalt genießen.
Pozovi menya (tiho po imeni) – Rufe mich (leise beim Namen)
Strophe I
Rufe mich leise beim Namen, tränke mich mit Quellwasser
Wird das uferlose Herz denn antworten? Das ungesagte, törichte, sanfte?
Wieder treten die schlaflosen Dämmerungen ein
Wieder beschlagen sie das Fensterglas
Dort (hinter dem Fenster) wiegen sich die Flieder und Johannisbeersträucher im Wind
Rufe mich, stille Heimat!
Refrain
Rufe mich wenn der Tag sich neigt
Rufe mich, du meine Trauer, meine Schwermut, rufe mich!
Strophe II
Ich weiß, unser Wiedertreffen wird kommen
Die Zeit des Abschieds mit dir zieht sich schon zu lange hin
Der blaue Mond versteckt sich hinter der Stadt
Doch weder das Sehnen noch das Weinen will mir gelingen
Die fernen Glocken echoten, doch wir beide sind vorbeigefahren
Sind sinnlos im Kreis herumgeirrt (im russischen Original ist eine Analogie zum Reiten angedeutet)
Ohne dabei den Weg überhaupt deutlich vor Augen zu haben
Refrain
Rufe mich wenn der Tag sich neigt
Rufe mich, du meine Trauer, meine Schwermut, rufe mich!
Strophe III
Rufe mich leise beim Namen, tränke mich mit Quellwasser
Ich weiß, unser Wiedertreffen wird kommen
Ich werde zurückkehren und mein Versprechen einlösen.